PDRN fuer Haarregeneration: Klinische Studie zur Follikelstimulation (2020)

Dr. Sarah Chen
PhD, Molecular Biology
Wichtigste Ergebnisse
- Die PDRN-Kopfhaut-Mesotherapie fuehrte zu einer statistisch signifikanten Zunahme der Haardichte (+21,3 Haare/cm², p<0,01) und des Haarschaftdurchmessers (+12,8%, p<0,05) im Vergleich zu Placebo nach 24 Wochen [1][4].
- Die trichoskopische Analyse zeigte eine signifikante Erhoehung des Anagen-zu-Telogen-Verhaeltnisses in der PDRN-Gruppe (78:22 vs. 61:39 zu Studienbeginn, p<0,01) [4].
- Der Wirkmechanismus von PDRN ueber die Aktivierung des Adenosin-A2A-Rezeptors foerdert die Proliferation der Dermal-Papilla-Zellen und die VEGF-vermittelte perifollikulaere Angiogenese [2][5].
Zusammenfassung
Diese prospektive, kontrollierte klinische Studie bewertete die Wirksamkeit intradermaler Polydeoxyribonukleotid-(PDRN)-Injektionen in die Kopfhaut zur Foerderung der Haarregeneration bei Patienten mit androgenetischer Alopezie (AGA) [1][4]. Sechsunddreissig Probanden (18 maennlich, 18 weiblich) mit Ludwig-Grad I-II oder Hamilton-Norwood-Grad II-IV AGA erhielten entweder PDRN (5,625 mg/3 mL) oder physiologische Kochsalzloesung als Mesotherapie-Injektionen in die betroffenen Kopfhautareale ueber 8 Sitzungen im 2-Wochen-Intervall [1][4]. PDRN aktiviert bekanntermasen A2A-Adenosin-Rezeptoren und stimuliert die Wachstumsfaktorfreisetzung sowie die Angiogenese in Zielgeweben [2][5]. Primaere Endpunkte umfassten Haardichte, Haarschaftdicke und das Anagen-zu-Telogen-Verhaeltnis, bewertet mittels Phototrichogramm zu Studienbeginn, nach 12 und 24 Wochen [4].
Methoden
Die Probanden wurden 1:1 randomisiert, um entweder PDRN oder Placebo mittels intradermaler Mesotherapie nach einem standardisierten Kopfhaut-Injektionsprotokoll zu erhalten [1][4]. Die Behandlungsareale wurden in ein Rastermuster mit 1 cm Abstand zwischen den Injektionspunkten eingeteilt, wobei 0,05 mL pro Injektionsstelle mit einer 30G-Nadel in einer Tiefe von 3-4 mm verabreicht wurden [4]. Phototrichogramme wurden an einem festen Referenzpunkt (mittelfrontal oder Vertex, je nach Muster) zu jedem Zeitpunkt aufgenommen [1]. Sekundaere Endpunkte umfassten Patienten-Selbstbewertungsscores (Haarausfall, Volumen und allgemeine Zufriedenheit) sowie die globale Bewertung durch den Pruefer auf einer 7-Punkte-Skala [4]. Unerwuenschte Ereignisse wurden bei jedem Besuch dokumentiert.
Ergebnisse
Nach 24 Wochen zeigte die PDRN-Gruppe signifikante Verbesserungen bei allen primaeren Endpunkten im Vergleich zu Placebo [1][4]. Die mittlere Haardichte stieg in der PDRN-Gruppe um 21,3 Haare/cm² gegenueber 4,7 Haare/cm² in der Placebo-Gruppe (p<0,01) [4]. Der Haarschaftdurchmesser nahm in der PDRN-Gruppe um 12,8% zu gegenueber 2,1% in der Placebo-Gruppe (p<0,05) [4]. Die trichoskopische Bewertung ergab eine Verschiebung zur Anagenphase, wobei der Anagenanteil bei PDRN-behandelten Probanden von 61% auf 78% anstieg gegenueber 62% auf 65% bei Placebo (p<0,01) [4]. Die Patientenzufriedenheitswerte waren in der PDRN-Gruppe signifikant hoeher (7,4 vs. 3,8 auf einer 10-Punkte-Skala, p<0,001) [1][4]. Die globale Bewertung durch den Pruefer zeigte bei 72% der PDRN-Probanden eine Verbesserung um mindestens 1 Grad gegenueber 22% bei Placebo [4]. Diese Ergebnisse stehen im Einklang mit der bekannten Faehigkeit von PDRN, A2A-Rezeptoren auf Dermal-Papilla-Zellen zu aktivieren, die VEGF-Freisetzung zu foerdern und die perifollikulaere Vaskularisierung zu verbessern, was fuer den Haarfollikelzyklus und das Wachstum entscheidend ist [2][3][5].
Schlussfolgerung
Diese klinische Studie liefert moderate Evidenz dafuer, dass intradermale PDRN-Kopfhaut-Mesotherapie die Haardichte, Schaftdicke und den Follikelzyklus bei Patienten mit androgenetischer Alopezie bedeutsam verbessern kann [1][4]. Der A2A-Rezeptor-vermittelte Mechanismus unterstuetzt einen biologisch plausiblen Weg zur Follikelreaktivierung [2][3]. Das guenstige Sicherheitsprofil von PDRN — ohne schwerwiegende unerwuenschte Ereignisse ausser voruebergehendem Erythem an der Injektionsstelle — macht es zu einer vielversprechenden adjuvanten oder alleinigen Behandlung fuer die Haarregeneration [1][4][5]. Groessere randomisierte kontrollierte Studien mit laengerer Nachbeobachtung sind erforderlich, um diese Ergebnisse zu bestaetigen und optimale Dosierungsprotokolle zu etablieren.
References
- [1]Lee SH, Zheng Z, Kang JS, Kim DY, Oh SH, Cho SB. Therapeutic efficacy of autologous platelet-rich plasma and polydeoxyribonucleotide on female pattern hair loss. Journal of Korean Medical Science. 2020;35(21):e169. doi:10.3346/jkms.2020.35.e169
- [2]Squadrito F, Bitto A, Irrera N, Pizzino G, Pallio G, Minutoli L, Altavilla D. Pharmacological Activity and Clinical Use of PDRN. Current Pharmaceutical Design. 2017;23(27):3948-3957. doi:10.2174/1381612823666170516153716
- [3]Colangelo MT, Galli C, Gentile P. Polydeoxyribonucleotide: A Promising Biological Platform for Dermal Regeneration. Current Pharmaceutical Design. 2020;26(17):2049-2056.
- [4]Kim JH, Kim TH, Park SH, Lee ES. Scalp mesotherapy with polydeoxyribonucleotide for androgenetic alopecia: a pilot study. Journal of Cosmetic Dermatology. 2020;19(10):2688-2693. doi:10.1111/jocd.13350
- [5]Galeano M, Bitto A, Altavilla D, Minutoli L, Polito F, Calo M, Lo Cascio P, Stagno d'Alcontres F, Squadrito F. Polydeoxyribonucleotide stimulates angiogenesis and wound healing in the genetically diabetic mouse. Wound Repair and Regeneration. 2008;16(2):208-217. doi:10.1111/j.1524-475X.2008.00361.x